Kunstsammler und -Sammlerinnen, die mit ihrem Kunstbestand explizit in Erscheinung treten, sich ein bisschen feiern lassen und sich vor allem darum verdient machen, dass Werkgruppen zusammenbleiben und gezeigt werden können und im Windschatten der berühmten Namen weitere Künstler*innen nicht vergessen werden: Die gab es schon immer. Dass private Kunstsammlungen aber in unserer Zeit derart präsent sind, hängt mit der Erkenntnis der gesellschaftlichen Bedeutung von Kunst zusammen, mit dem Schwächeln öffentlicher Kunstinstitute und mit dem Konzept des öffentlichen Sammler-Museums wie z.B. die Fondation Beyeler in Riehen oder die Pinault Collection in Paris und in Deutschland die Bestände von Harald Falckenberg, Ingvild Goetz oder Reinhard Ernst. In Düsseldorf sind Julia Stoschek und Gil Bronner mit seiner Sammlung Philara ansässig. Und während derzeit das Marta Herford die Sammlung von Heiner Wemhöner und die Langen Foundation die Sammlung von Michael Ringier in Ausschnitten zeigen und Gaby und Wilhelm Schürmann im Leopold-Hoesch-Museum in Düren einen Vortrag zum Thema „Warum sammeln?“ gehalten haben, stellt die Sammlung Philara in Flingern die Sammlung von Timo Miettinen vor, mitkuratiert von Florian Peters-Messer, einem weiteren guten Sammler. Das Joint Venture geht hier noch weiter, indem Teile der Sammlung Philara gerade erst im Salon Dahlmann von Timo Miettinen in Berlin-Charlottenburg ausgestellt waren. Beide Sammlungen sind sehenswert, mit einem sicheren Gespür für Qualität nicht allein an berühmten Namen ausgerichtet, sondern darauf angelegt, inhaltliche Zusammenhänge herauszuarbeiten und damit etwas über den Zustand unserer Lebenswelt mitzuteilen und dazu ältere ebenso wie noch junge Künstler*innen einzubeziehen. In Düsseldorf ist der umfangreiche Bestand von Timo Miettinen in inhaltliche Kapitel unterteilt. So werden Natur und Landschaft zusammen gezeigt. „Intimität und Vertrauen“, also das Private, heißt ein weiteres Kapitel; demgegenüber zielt die „Politische Kunst“ auf den öffentlichen Raum. Einzelne Künstler sind mit Werken aus verschiedenen Phasen in eigenen Räumen vertreten: Leiko Ikemura, Kirsi Mikkola, Rainer Fetting, Secundino Hernández oder Joachim Bandau, vielleicht geben sie ja den Klang der Ausstellung vor, zu dem aber auch die Gemälde von Etel Adnan, Stanley Whitney oder Lee Ufan beitragen. Zwischen den internationalen Koryphäen macht sich die Kunst aus Finnland gut, die hier eine Bühne erhält und ebenfalls mit verschiedenen Generationen vertreten ist. Die Kunstwerke dieser Ausstellung wirken eher subtil, illustrieren nur selten, Ästhetik und Aussage stehen in Beziehung. Natürlich ist auch das Ausstellen eine Förderung von Kunst und Künstlern und eine Art Geschenk an das Publikum: also ein Win-Win für alle Seiten.
Where Are We Now – Highlights der Miettinen Collection in der Sammlung Philara, Düsseldorf, Birkenstraße 47a, bis 21. September, www.philara.de
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