Konrad Wolf (1925–1982) gehört zu den wichtigsten Regisseuren der DEFA und ist durch seine Biografie wie sein Werk eng mit dem Widerstands- und Antifaschismusdiskurs des 20. Jahrhunderts verbunden. Als Sohn des Schriftstellers Friedrich Wolf ging er 1934 mit der Familie ins sowjetische Exil und diente ab 1942 als Freiwilliger in der Roten Armee; diese Erfahrung prägte seine filmische Perspektive auf Schuld, Erinnerung und moralische Verantwortung.
Wolfs Antifaschismus zeigt sich weniger als dogmatische Parole, sondern viel mehr als Frage nach individuellen Handlungswegen: Wann wird aus Anpassung Schuld? Wann lässt sich Verhalten als Widerstand begreifen?
Formal verbinden Wolfs Werke dokumentarische Genauigkeit mit psychologischem Feinsinn: Er vermeidet Idealisierungen, betont stattdessen Erinnerung, Selbstprüfung und die soziale Bedingtheit moralischer Entscheidungen. Als DEFA-Regisseur prägte er ein antifaschistisches Kino, das nicht nur historische Schuld benennt, sondern Wege des Widerstands auslotet – oft leise, innerlich und kontrovers. Seine Filme fordern dazu auf, Widerstand nicht nur als einmalige Tat, sondern als kontinuierliche Haltung gegenüber Verführbarkeit und Gewalt zu verstehen.
Für die Reihe „Konrad Wolf: Wege zum Widerstand“ bedeutet das: Wir sehen Filme, die Erinnerung lebendig halten, den Blick auf die komplexen Motive der Handelnden richten und uns fragen lassen, wie moralisches Handeln in bedrängten Zeiten möglich wird. Wolfs Werk erinnert daran, dass Widerständigkeit keine historische Selbst-verständlichkeit ist, sondern eine immer wieder neu zu erringende Haltung. In einer Gegenwart, die von gesellschaftlicher Polarisierung und einem wachsenden Rechtsruck geprägt ist, gewinnen seine Fragen neue Dringlichkeit: Wie bewahren wir Empathie, Verantwortung und Mut, wenn sich Intoleranz und Ausgrenzung erneut Bahn brechen?
Zur Eröffnung der Filmreihe wird der Autor und Filmwissenschaftler Michael Girke am 28.1. eine Einführung in die Filmreihe halten.
LISSY · DDR 1957 STERNE · DDR/BUL 1959 MAMA, ICH LEBE · DDR 1976
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