Zentral ins Anthrazit-Schwarz gesetzt mutet ein mondbeschienener, kegelförmiger Berg nahezu surreal an. Ein Mond ist nicht zu sehen, doch das fahle Licht der Nacht ist in den kühl reflektierenden, von Schnee bedeckten Abhängen eingefangen. Es changiert in Abstufungen von Blau, Türkis, Grün und Gelb und gibt sich trunken zum Boden hin. Kaum sichtbar wirft der große Berg Schatten, ein weiterer kleiner im linksseitigen Hintergrund ebenfalls. Zur rechten Seite dehnt sich das Bergmassiv aus, ohne eine eindeutige geometrische Figur erkennen zu lassen.
Wie zeremonielle Wächterfiguren wirken zwei übergroße Schneeglöckchen, die ihre Köpfchen dem zentralen Berg zuneigen, als hüte er eine Kostbarkeit. Sie ragen beide aus einem dunkelblau violetten, wässrig wirkenden Streifen hervor, der einen Fluss andeuten mag. Schneeglöckchen sind in Europa und Westasien beheimatet. Sie bezaubern durch die anmutige Zartheit ihrer Gestalt und ihre gleichzeitige Robustheit, wenn sie die Überwindung des Winters anzeigen und den Frühling einleiten. Im Bild verweisen sie überdies durch ihre monumentale Größe auf das Wunder ihrer Zähigkeit und Widerstandskraft.
Ähnlich wie die Erde ihr Werden in Schichten erzählt, so geben im Bild die Farbschichten Zeugnis vom malerischen Entstehungsprozess. Über dem lebendig bewegten dunklen Untergrund, der auch braunen und violetten Tönungen Raum gibt, erheben sich hell die Berghänge in aufstrebenden, fast flammenden Mustern. Die Landschaft ist in einen aufgemalten Rahmen gesetzt, der im oberen Teil, als wäre auch er sanft beschienen, die Farbtöne des Gebirges, im unteren Bereich weniger augenfällig die Blau- und Violett-Tönung des Streifens annimmt. Als Bild im Bild mag man die Einrahmung als Metapher oder Bühne der Reflexion verstehen, in der der zentrale Berg als Protagonist und die flankierenden Schneeglöckchen als Antagonisten agieren: Dem statisch massiven Auftritt stehen diese zarten Figuren mit ihrer unübersehbaren Autorität gegenüber
Der Bildtitel ist dialogisch gestaltet und appelliert an eine Begegnung in der Zukunft, sei ein Gegenüber oder das Selbst angesprochen. Die aufrechte Positionierung und die Zartheit der Gestalten mit Köpfchen laden ein, sie als lebensbejahende weibliche Kräfte zu verstehen, die in nächtlicher, träumerischer Klarsicht ihr Dasein und den Boden, auf dem sie wuchsen, gewichten. Das Mondlicht der Nacht zeigt die Realität in anderen Farben als die Sonne am Tag.
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