Ein Ausstellungsort, der sich ganz der Malerei von in Düsseldorf ansässigen Künstler*innen widmet, ist das Maxhaus. Das katholische Stadthaus vis-à-vis vom Hetjens-Museum wurde 2006 auf dem Fundament des ehemaligen Franziskanerklosters neu eröffnet und veranstaltet Seminare, Vorträge und Konzerte. Dass hier auch Ausstellungen stattfinden, versteht sich aus der traditionellen Beziehung von Kunst und Kirche, zunächst mit der einstigen Rolle als Auftraggeber und in der Vermittlung der biblischen Erzählungen, und heute unter kommunikativen und für öffentliche Phänomene sensibilisierenden Aspekten. Auch von daher ist die Ausstellung von Edith Oellers hier, mitten im Stadtzentrum, prädestiniert – abgesehen von der Qualität ihrer Malerei und dass es überfällig war, diese in größerem Rahmen in Düsseldorf vorzustellen.
Edith Oellers (geb. 1957) stammt aus einer Künstler:innenfamilie. An der Kunstakademie hat sie bei Rolf Crummenauer und Gerhard Hoehme studiert. Thema ihrer Malerei sind urbane Lebenswelten, die sich in Düsseldorf und – von ihr bereist – in der Ferne befinden, mit Menschen als Akteuren im Stadtbild, die selbst jede ausufernde Tätigkeit zurückfahren. Sie befinden sich meist zu mehreren an belebten Orten im Außen-, seltener im Innenraum. Es ist mehr ein Da-Sein als ein Handeln, die Aktivitäten sind selbstverständlich, unspektakulär. Sie sitzen auf der Parkbank oder am Essenstisch oder stehen und laufen, oft einander zugewandt. Die Handlungen wirken still und entschleunigt. Zugleich schieben sich reale Situationen mit anderen oder möglichen Wahrnehmungen zusammen, etwa im plötzlichen Kontrast von Nähe und Ferne, Schärfe und Unschärfe und Verschiebung der Blickpunkte als Montagen unterschiedlicher Szenen, vermittelt mit malerischen Mitteln und deren Wechsel oder Verschleifen. Dabei tritt die Einzigartigkeit der Personen – ihre Kleidung und ihr sich-Bewegen, ihr Kommunizieren oder Introvertiert-Sein – weiter in den Vordergrund. Es entsteht „eine etwas geheimnisvolle Aura, die einerseits ganz alltäglich, aber andererseits doch irgendwie unergründlich ist“, hat Hartwig Reinboth geschrieben. So entstehen kleine Szenen, wie denkbare Anekdoten, die von anderen Geschichten abgelöst werden, die sich aber selbst genug sind und doch hier und da Momente der Fragilität und der Irritation, etwa das Verfehlen der Blicke oder ein Wegdrehen, enthalten. Und dann erkennt man, wie sich Menschen einrichten und ihre Gewohnheiten haben. Wie sie miteinander leben, zueinander finden oder doch alleine sein möchten und sich mithin vor der Reizüberflutung des Großstädtischen und dem ständigen Datenstrom zu schützen versuchen – so wie es mit diesen Malereien selbst gelingt. „Mit ihrer Arbeit schafft sie einen Raum, der zwar realistisch anmutet, in dem aber der Zeitfluss ein anderer ist“, schreibt Christian Deckert, der exzellente Kurator des Maxhauses. Was wir sehen, zeigt unsere Lebenswelt, so dass wir sie sehen.
Edith Oellers, bis 23. Mai im Maxhaus
Schulstrasse 11 in Düsseldorf, Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-17 Uhr
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